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Junge Unternehmer unterstützen Hauptschule
Spende für die Hauptschulen Leiblfing und Straßkirchen
Der Vorsitzende der Jungen Unternehmer Straubing, Druckermeister Bernhard Heß (Geschäftsdrucke Heß in Steinach) überreichte den Rektoren Franz Hottner (Hauptschule Leiblfing) und Edmund Schott (Hauptschule Straßkirchen) Lehrmaterial für den Werkunterricht.
Mit dieser Spende wollen die Jungen Unternehmer auch ein Zeichen setzen für die Stärkung der Hauptschule und die Politiker dazu bewegen mehr Geld für diesen Schultyp in die Hand zu nehmen. Die in manchen Veröffentlichungen aufgestellten Forderungen nach einem Abschaffen der Hauptschule nannte Heß nicht nachvollziehbar. Schwierigkeiten wie sie in der Tat an manchen Hauptschulen auftreten (z.B. die häufig zitierte Rütli-Schule in Berlin) sind vielfach gesellschaftlich bzw. aus dem Elternhaus heraus begründet, aber liegen nicht am Schultyp. Die bayerischen Hauptschulen schnitten im sogenannten „PISA-Test“ sogar besser ab, als manche Realschulen in anderen Bundesländern. Der Besuch einer Hauptschule ist überhaupt kein Makel und das Handwerk profitiert seit jeher schon von dieser Schulform.
Viele Eltern meinen, sie müssen ihre Kinder unter allen Umständen aufs Gymnasium oder zumindest die Realschule schicken, um ihnen bessere berufliche Perspektiven zu ermöglichen. Betrachtet man wie viele Kinder „Ehrenrunden“ drehen und die Schule wieder wechseln, stellt sich aber ernsthaft die Frage, ob diese Eltern ihren Kindern einen Gefallen tun.
Die Elternmeinung wird natürlich auch durch Schlagzeilen gestärkt, die letztlich gar nicht so stimmen, aber in den Köpfen hängen bleiben. Kürzlich wurde wieder (wie bereits seit Jahren) eine „OECD-Studie“ in den Medien zitiert, in der die zu niedrige Studentenquote pro Geburtsjahrgang in Deutschland (ca. 30 %) im Vergleich zu anderen Ländern (bis zu 70%) kritisiert wird und noch mehr Studenten gefordert werden. Obwohl der Autor dieser Studie Deutscher ist und es eigentlich wissen müsste, wurden offenbar „Äpfel mit Birnen“ verglichen. Denn unser duales Ausbildungssystem der beruflichen Bildung, das es so eigentlich nur in den deutschsprachigen Ländern gibt und enorme Leistungen vollbringt, findet in den Vergleichen keine Beachtung. Eine berufliche Lehre (z.B. zum Kraftfahrzeugmechatroniker oder auch zur Krankenschwester) gibt es in den USA bzw. in den angelsächsischen Ländern nicht. Ein Schulabgänger sucht sich einen Job und wird eine angelernte Hilfskraft oder er muss studieren. Eine andere Möglichkeit gibt es nicht. In Großbritannien hat ein Friseur übrigens ein „Studium“ absolviert. Nicht umsonst sind Facharbeiter aus dem deutschsprachigen Raum weltweit gefragt – sie beherrschen ihr Handwerk. Nur so viel also zu internationalen Vergleichen und den Zahlenspielereien. Die Entscheidung Hauptschule, Realschule oder Gymnasium für ein zehnjähriges Kind zu treffen, ist nicht mehr so ultimativ, wie es häufig noch dargestellt wird.
Der Besuch einer Hauptschule ist keinesfalls eine Sackgasse und verbaut auch nicht für so genannte „Spätzünder“ den Weg zu einem Studium. Es ist offenbar noch wenig bekannt, dass Handwerksmeister auch studieren dürfen. In Bayern erhalten künftig Handwerksmeister ohne zusätzliche Prüfung für die jeweils fachlich entsprechenden Fachhochschulstudiengänge sowie für Betriebswirtschaft eine Studienberechtigung. Voraussetzung dafür ist, dass man aufgrund der Durchschnittsnote bei der Meisterprüfung zu den 20 Prozent der Prüfungsbesten gehört .Mit dem verbesserten Hochschulzugang für Handwerksmeister besteht eine Durchlässigkeit in unserem Bildungssystem von der Handwerkslehre bis zum Fachhochschulstudium. Rechnet man mal nach den 4 Jahren Grundschule aller Kinder, 5 Jahre Hauptschule plus 3 Jahre Lehrzeit plus ca. 1 Jahr für die Meisterausbildung hinzu, so sind dies rund 9 Jahre bis zur Studienberechtigung. Also nur ein Jahr mehr als bei den Alternativen 8 Jahre Gymnasium oder 6 Jahre Realschule mit anschließenden 2 Jahren Fachoberschule. Aber mit dem großen Vorteil, dass der junge Mensch etwas Handfestes nachweisen kann, nämlich eine qualifizierte Berufsausbildung. Ein Maschinenbauingenieur der vor seinem Studium z.B. eine handwerkliche Lehre als Maschinenbaumechaniker und anschließend die Meisterausbildung absolviert hat, ist seinem Kollegen, der „nur“ die Schulbank drückte in vielen Bereichen weit voraus. Ein lobenswertes Beispiel ist auch der kürzlich gekürte Preisträger des Straubinger Meisterpreises 2006, Sebastian Schmid aus Rattiszell, der früher die Hauptschule besuchte und jetzt die Meisterprüfung als Installateur- und Heizungsbauermeister mit Bestnote bestand und damit besser war als ehemalige Realschüler und Gymnasiasten. Kein Wirtschaftszweig stellt so viele Hauptschulabsolventen ein wie das Handwerk. Rund 60% der Lehrlinge kommen von der Hauptschule. Wer natürlich mit „null Bock“ seine Zeit in der Schule absitzt, keine Leistungsbereitschaft zeigt und grundlegende Anstands- und Verhaltensregeln nicht kennt, tut sich auch im Handwerk schwer.
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