Juli 2009

Schüler als Planer und Handwerker

7. Klassen errichteten Ziegelmauer mit Sitzgelegenheiten für Pausenhof

 

Unter der fachmännischen und schülerorientierten Anleitung der beiden Maurer Karl Krammer und Klaus Wagner, Mitarbeiter im Bauhof der Gemeinde Leiblfing, konnten die Schüler der 7a und 7b über eine ganze Woche hinweg Praxiserfahrungen sammeln. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die Schüler erstellten eine Vollziegelmauer mit Sitzgelegenheiten für den Pausenhof. Die in drei Gruppen eingeteilten Schüler durchliefen täglich drei Stationen. Zum einen war es Ziel an der „Praxisstation“ im Pausenhof, den Schülern berufliche Anforderungen und handwerkliche Tätigkeiten am Beispiel des Maurers näherzubringen. Zum anderen wurden im „Matheraum“ alle notwendigen Berechnungen für das Projekt durchgeführt und somit ein lebensnaher Bezug von Geometrie zum Berufsleben verdeutlicht. Im Informatikraum machten die Schüler unter anderem berufliche Eignungstests, sammelten wichtige Informationen über ihre Traumberufe und wurden eingeführt in die Arbeit mit einem Präsentationsprogramm zur Darstellung von Projektergebnissen. Unterschiedlich war zunächst die Begeisterung aufseiten der Schüler, als ihnen vor wenigen Wochen die Absicht des Projekts durch die Klassenlehrer Ulrike Obermeier und Raimund Betz vorgestellt wurde. Von absolut begeistert bis unsicher waren die Reaktionen. Vorab mussten aber vorbereitende Arbeiten außerhalb der Unterrichtszeit erledigt werden. So schleppten freiwillige Schüler die über 700 notwendigen Ziegel aus einem Abbruch und luden diese auf einen vom Bauhof bereitgestellten Anhänger auf. Voller Freude und Tatendrang traten die Schüler am Montag früh ihren „Dienst“ in Arbeitskleidung an. Doch zunächst war das vorher berechnete und am Boden aufgezeichnete Fundament auszuheben und zu betonieren. Mit Spaten und Pickel gingen die Schüler ans Werk und bemerkten schon bald, dass eine gewisse Technik auch beim Schaufeln nötig ist. Die beiden Klassen machten sich dann auf den Weg zum Bauhof, um zu sehen, wie Beton gemischt wird und konnten kurz darauf bereits die erste Füllung ins Fundament gießen. Nach fünf weiteren Füllungen war die Aufgabe für diesen Arbeitstag erfüllt und man war stolz auf ein passgenaues Fundament. Nun konnte endlich gemauert werden. In den nächsten Tagen legten die Schüler unter fachgerechter Anleitung von Karl Krammer und Klaus Wagner Lage um Lage. Einen Höhepunkt stellte das Mauern der zwei Rundbögen dar. Mit dem Wiederverlegen des angrenzenden Pflasters wurden die Praxistage beendet. Unmittelbar nach Abschluss der Arbeiten machte sich Bürgermeister Wolfgang Frank persönlich ein erstes Bild vom Ergebnis und war sichtlich begeistert. Immer wichtiger wird es, den Schülern frühzeitig praktische Erfahrungen zu ermöglichen, was unter anderem durch die Initiative „Praxis an Hauptschulen“ von der Regierung gefördert wird, indem die Kosten für den Einsatz von Fachleuten wie Herrn Krammer übernommen werden. Außerdem wäre ohne die Unterstützung durch die Gemeinde Leiblfing die Durchführung nicht möglich gewesen. Sie stellte nicht nur einen Mitarbeiter des Bauhofs für eine ganze Woche ab, sondern zeigte sich auch mit der Bereitstellung von Material, Geräten, Maschinen und Werkzeugen sehr hilfreich.